Die ADHS Trilogie

1. Aufmerksamkeits-Defizit – 2. Hyperaktivität-Störung –

3.Lernförderliche Kommunikation

In meinem Alltag mit Kindern und Jugendlichen im LernCoaching begegne ich immer wieder der Frage: „Hat das Kind ein ADHS?“ Meistens wird der Verdacht von den Lehrpersonen ausgesprochen, dass ein ADHS vermutet wird. Das verunsichert die Eltern enorm und setzt alle unter Druck, was auch das Kind zusätzlich belastet.  In 90% dieser Kinder und Jugendlichen, die mir bekannt sind, war keine Medikation angebracht.

Ich stelle keine Diagnosen, ich beobachte und erkläre, was ich beobachtet habe. In den vergangenen 20 Jahren LernCoaching habe ich erlebt, dass es in ganz seltenen Fällen hilfreich sein kann, wenn das Kind vom Facharzt / Ärztin mit Medikamenten unterstützt wird.

Wenn ich mit  „verhaltensauffälligen“ Kindern arbeite, arbeite ich auch mit den Eltern, damit sie gestützt sind und gleichzeitig auch einen Einblick erhalten über die Wirkung ihre Kommunikation, verbal und nonverbal, auf das betroffene Kind. Wir finden gemeinsam Möglichkeiten, wie sie mehr Sicherheit und Ruhe finden, was entsprechend auch förderlich ist für ihr Kind.

 

1. Aufmerksamkeits-Defizit oder Konzentrations-Störung

Konzentration ist der natürliche „Flow-Zustand“ während einer Beschäftigung. In der Konzentration sind wir mit unseren 5 Sinnen und den Gedanken bei dem, was wir tun. Das kann eine körperliche oder geistige Beschäftigung sein, das kann Arbeit sein, Malen, Musik oder Sport oder auch „nur“ Nachdenken.

Während dieser Konzentration im Flow arbeitet unser Gehirn sehr effizient auf  den entsprechenden Lernkanälen: Zum Musizieren auf dem Auditiven-Kanal (hören) und auch Sehen um Noten zu lesen und kinästhetisch, in Bewegung mit dem Instrument. Beim Basteln sind der Visuelle-Kanal und der Kinästhetische-Kanal in einem Zusammenspiel, vielleicht geht ein Selbstgespräch oder eine Melodie durch den Kopf.

Kinder, die sehr konzentriert an ihrer Lieblingstätigkeit sind, lassen sich nur schwer davon weg bringen. Ein sehr gutes Zeichen für Konzentrationsfähigkeit und dafür, dass das Kind etwas sehr gerne tut.

Es gibt sehr viele Gründe im Umfeld, warum Lernende sich nicht konzentrieren können. Auf diese gehe ich hier nicht ein.

Innere Ursachen, welche die Konzentration stören sind meistens auf der Beziehungs-Ebene zu finden: Beziehung zu Eltern, Geschwister, Lehrpersonen, Kollegen, Freunden und ganz besonders zum Fach oder Thema. Wenn kein Interesse für das Thema da ist und kein Sinn oder Nutzen gefunden werden kann, dann ist es für Jeder-Mann und Jede-Frau schwierig, sich darauf zu konzentrieren.

Die ungeeignete Lernstrategie führt zu Konzentrations-Störungen

Was manchmal so aussieht wie eine Konzentration-Störung ist nach meinen Beobachtungen sehr oft eine Überforderung oder Überbelastung des Auditiven-Kanals, besonders dann, wenn Abläufe, Mathematik etc.  gelernt oder abgefragt werden. Das ist eine von verschiedenen Möglichkeiten.

Aus der Praxis geplaudert

Ein elfjähriger, aufgeweckter Junge kam in Begleitung seines Vaters zum Lern-Coaching. Ich wusste bereits, dass es oft Streit gab zwischen Vater und Sohn wegen der „Unaufmerksamkeit und Faulheit“ des Jungen. Ich wusste auch, dass er in der Schule in der „ADHS-Schublade“ war. Dank dem Widerstand der Mutter wurde er nicht mit Medikamenten ruhig gestellt.

Der Junge wünschte sich von mir, dass er besser Mathe lernen könne. „Ich schnall’s einfach nicht, obwohl ich will!“ war sein Kommentar. Einige Minuten Mathe, wie er es gewohnt war, reichten, bis er deutliche Zeichen von Unruhe und Ungeduld zeigte. Meine  Hand auf seine Schulter legend gab ich ihm die Anweisung: „Schliesse mal die Augen und nimm wahr, was jetzt in deinem Kopf passiert. — Wie ist es da? Ist es ruhig oder unruhig?“ Seine Antwort war: „Es ist total unruhig, laut und ein Durcheinander.“

Da kann sich jeder Erwachsene vorstellen, wie mühsam das ist, mit dieser Unruhe im Kopf sich zu konzentrieren. Das kann ein Lernender nicht lange durchhalten, er oder sie wird müde und schweift ab.

Nach einigen Minuten Bewegungs-Übungen und Anweisungen, wie er mit dem Visuellen-Kanal Mathe machen kann, stand er am White-Board und machte mühelos, konzentriert und motiviert seine Mathe-Aufgaben. Der Kommentar seines Vaters war: „Ich wusste gar nicht, dass er so ruhig und Konzentriert arbeiten kann.“ (Leider konnte der Vater während dem Coaching auch nicht auf sein Handy verzichten …)

Solche Beispiele erlebe ich oft. Wenn die Lernenden jedoch merken, dass ihnen das Lernen besser gelingt, sind sie auch bereit einen kleinen Mehraufwand auf sich zu nehmen und das Lernen zu lernen.

 

Nächstes Thema: Hyperaktivität,  bist du dabei?

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